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Weiße Tigerchen in Lebensgefahr:
Die kleine Val ist die größte Kämpferin im Quartett

Am Valentinstag wurden die Winzlinge Val und ihre zwei Schwestern Angel, Kaya und Bruder Fitti im Zoo Safaripark in Stukenbrock geboren. Tigermutter Cayenne (11) schien sich zunächst rührend um ihren Nachwuchs zu kümmern.

tigervierlinge2„Doch dann wurde das Welpengeschrei im Tigerhaus immer lauter“, erinnern sich die beiden Tierpflegerinnen Jeannette Wurms und Kristine Böhm (24). Ein sicheres Indiz dafür, dass etwas nicht stimmt. „Chayenne ließ die Welpen zwar saugen, aber ich denke, sie hatte nicht genug Milch, um die Kleinen satt zu bekommen. Nur zwei ihrer Zitzen sahen nass aus“, erzählt Jeannette. Fast stündlich sahen die Tierpflegerinnen abwechselnd nach den Raubtierkindern und ihrer Mutter. Nach zwei Tagen entschieden sie gemeinsam mit dem Tierarzt: Wir ziehen die Tiger mit der Hand auf.

Höchste Zeit, besonders für die kleine Val. „Sie war so unterkühlt, dass ich sie unter meinen Pullover gelegt habe, um sie aufzuwärmen. Wir dachten, sie schafft es nicht.“ Vorsichtig reibt Kristine das 800 Gramm leichte Raubtierchen warm, versucht ihr mit der Flasche Milch einzuflößen. Und Val trinkt. Zuerst nur wenige Schlucke, aber sie kämpft ums Überleben, mit aller Kraft ihres winzigen Körpers.

tigervierlinge4tigervierlinge5Katzenaufzuchtmilch hält die kleine Tigerin und ihre Geschwister am Leben. Doch nicht nur mit dem Füttern der Vierlinge haben Jeannette und Kristine rund um die Uhr zu tun. Bäuchlein reiben, aufwärmen, abmisten – denn nicht mal ihr „Geschäft“ können Tigerwelpen in den ersten Tagen ohne Hilfe erledigen.
Val wächst, nimmt zu, und die Tierpflegerinnen schöpfen Hoffnung. Dann, nach zwei Wochen ein Rückschlag: Vals Körpertemperatur sackt ab, sie scheint matt. Der Tierarzt kümmert sich um das Sorgen-Tigerchen. Doch auch eine Blutuntersuchung gibt keinen Aufschluss darüber, was Val fehlt. Sie bekommt Vitamine, Flüssigkeit unters Fell gespritzt, schläft unter einer Rotlichtlampe. Im Schichtdienst kümmern sich beide Ersatzmamas um den Winzling, wärmen das Tigerbaby, flößen ihm Milch ein.
„Es war fast ein kleines Wunder, aber sie hat es wieder geschafft“, sagt Jeannette. Kaum zu glauben, dass der forsche kleine Tiger, der gerade die Küche inspiziert, das Sorgenkind war.

tigervierlinge3Val ist inzwischen die Mutigste der Vierlinge, aber „ein Schreikind, das ist sie geblieben“, lacht Kristine. Und ein Kuscheltiger. Denn noch immer liebt es die kleine Val, sich nach dem Füttern an Kristine zu schmiegen. Sie braucht die Körperwärme, um sich zu entspannen und so richtig wohl zu fühlen.

„Sie verlangt mehr Zuwendung als ihre Geschwister, und die bekommt sie auch“, da sind sich die beiden Tierpflegerinnen einig. Sie wünschen sich für alle vier Tigerchen nichts mehr, als dass sie groß und stark werden und eines Tages auf eigenen Pfoten stehen.

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