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Was sie so einzigartig machte: ihr schneeweißes Fell und ihre strahlend blauen Augen. Es sind keine Albinos, ihre Fell- und Augenfarbe ist eine Laune der Natur. Wunderschön, aber lebensgefährlich. Denn die Fellfarbe verrät sie bei der Jagd, bietet keine Tarnung. Beute machen die weißen Könige der Tiere kaum, von Wilddieben werden sie schneller entdeckt - sogar in der Nacht. Experten sind überzeugt, dass diese seltenen legendären Tiere ohne den Schutz der Zoos dem Aussterben nicht entkommen können. Erst seit 1975 weiß man von der Existenz der weißen Löwen. Damals hatte der amerikanische Student und Wildwart Chris McBride im südafrikanischen Timbavati Naturreservat zwei weißen Löwenbabys gefunden. Das Rudel schützte die Babys, aber nur solange sie klein waren. Die herangewachsenen weißen Löwen wurden nicht geduldet. Auf sich gestellt, drohte ihnen der Hungertod. McBride beobachtete die weißen Löwen für seine Magister-Arbeit, fütterte die Tiere und erhielt schließlich die Genehmigung, sie im Zoo von Pretoria in Sicherheit zu bringen. Mit seiner Entdeckung sorgte der Wissenschaftler für weltweites Aufsehen. Im Jahre 1992 übernahm der Zoo in Philadelphia die Aufgabe, diese seltenen Tiere vor dem Aussterben zu bewahren. Zwei Zuchtpaare holte der Zoo nach Amerika. „Die
erfolgreiche Arbeit des Zoos in Philadelphia setzen wir in Deutschland
fort“, erklärt Fritz Wurms.Und damit es den wertvollsten Tieren der Welt in ihrer neuen Heimat gefällt, hat der Chef des Safariparks 1996 im Zoobereich des Parks eine riesengroße Löwenanlage bauen lassen. Eine Landschaft, die der natürlichen Heimat der Tiere nachempfunden ist: Leicht ansteigendes Gelände, Wiese, Sand, Felsen, Holz und ein Wasserfall. „Dass sich unsere Löwen hier paaren, ist das beste Zeichen dafür, dass es ihnen an nichts fehlt“, sagt der Parkchef. „Flash“ heißt der kleine weiße Löwe, der im Herbst 1998 zur Welt kam. Sunshine und Future wurden 1997 geboren, und haben unter der Obhut von Siegfried & Roy in den USA ein neues Zuhause gefunden. Die beiden Illusionisten haben die Patenschaft dür das deutsche Zuchtprogramm in Stukenbrock übernommen und die Löwenanlage 1996 persönlich eingeweiht. Seit dieser Zeit sind weitere, weiße und braune Löwenbabys geboren. Einige wurden in Zuchtprogramme in andere Zoos und Tierparks abgegeben und gegen andere Tiere getauscht, um Inzuchten zu vermeiden, neue Blutlinien einzuzüchten. Nicht nur im Zoobereich des Parks kann man die weißen Löwen erleben: ein Teil der jungen Tiere ist in die Safarilandschaft umgezogen. Braune und weiße Löwen leben hier in einem Rudel – auf 12 000 Quadratmetern. Gemeinsam sollen sie für Nachwuchs sorgen, denn der Genpool der weißen Tiere ist weltweit so klein, dass verantwortungsvolle Züchter auch weiße mit braunen Tieren verpaaren. Das rezessive weiße Gen bleibt so erhalten. |
Vier weiße Löwenwelpen – eines überlebte trotz Behandlung nicht Kaum ein Thema, das so kontrovers diskutiert wird wie das der Handaufzuchten
bei Raubtieren. Im Zoo Safari- und Hollywoodpark Stukenbrock hat man in
vielen Jahrzehnten wertvolle Erfahrungen sammeln können. Löwen
und Tiger, die von ihren Müttern nicht angenommen wurden, hat man
erfolgreich groß gezogen und in Rudel oder Gruppen integrieren können. Nicht immer erkennt man im Zoo Safari- und Hollywoodpark auf den ersten
Blick, warum eine Raubkatze ihre Jungen ablehnt. „Aber wir haben
in den all den Jahren die Erfahrungen gemacht, dass wir in den meisten
Fällen helfen können. Auch dann, wenn sich heraus stellt, dass
die Welpen krank sind. Denn – anders als in der freien Wildbahn
– haben wir erfahrene Tierärzte, die Dank modernster Diagnostik
in der Lage sind, Erkrankungen zu erkennen und zu behandeln“, so
Fritz Wurms. „Wir versuchen, jedem Tier zu helfen, das in unserer
Obhut lebt und medizinische Hilfe braucht. Das gilt für eine alte
Raubkatze ebenso wie für ein neugeborenes Baby. Dazu fühlen
wir uns verpflichtet.“ |
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