Zoo Safaripark erlebt sein weißes Wunder:
Baby-Alarm bei den Raubkatzen:
Weiße Löwenbabys genießen den Sommer!


Die Sensation: im Zoo Safari- und Hollywoodpark kamen am 30. Juni in nur einer Nacht sieben weiße Löwenzwerge zur Welt. Mit 24 weißen Löwen beheimatet der Zoo Safaripark die größte Anzahl dieser seltenen Tiere in Europa, wenn nicht sogar weltweit.
Die Mütter der weißen Winzlinge – die weißen Löwinnen Kibo und Mawensi (5 Jahre – beide aus eigener Nachzucht des Parks) – sind Zwillinge. Kibo schenkte drei männlichen Löwen das Leben, in der Wurfbox nebenan gebar ihre Schwester Mawensi gleichzeitig ein Löwenmännchen und drei Mädchen. Der Vater der Löwenzwerge ist der mächtige weiße Löwenmann Tembo, der in Ouwehands Dierenpark in Rhenen (Holland) geboren wurde und als Jungtier in den Zoo Safaripark kam.
Der Babyboom im Raubtierhaus: eine Riesen-Überraschung. Dass zwei Mütter eines Rudels gleichzeitig werfen, das hat es in fast 40 Jahren im Zoo Safaripark noch nicht gegeben…
Sieben weiße Löwchen auf einen Streich – ein weltweiter Rekord!

Während Kibos Löwenkinder in der Obhut ihrer Mutter im Raubtierhaus laufen lernen, werden Mawensis weiße Zwerge in menschlicher Obhut groß.
„Wir beobachten das Verhalten der Mütter in den ersten 24 Stunden sehr genau. Kibo sorgte sich rührend um ihre Welpen, säugte sie, kuschelte sich an die Kleinen, um die Winzlinge warm zu halten. Wir haben auch Mawensi Zeit gelassen, sich an ihre Mutterrolle zu gewöhnen…“, so Fritz Wurms (55) Geschäftsführer des Zoo Safari- und Hollywoodparks und „Vater“ der weißen Löwen in Deutschland Doch die weiße Löwin interessierte sich kaum für ihre Jungen, ließ die Kleinen links liegen. Lebensgefahr für die Welpen!

Weisses Wunder im Safaripark
Jetzt ist Tierinspektorin Inka Schumacher (31) Ersatzmama für vier Löwenbabys. Ein Fulltime-Job. Füttern, nach dem Trinken die runden Bäuchlein massieren, schmusen… vier Mal, alle vier Stunden. Und weil bei den weißen Zwergen schon die ersten Zähnchen durchblitzen und sie deshalb nicht richtig trinken mögen, braucht die Raubtier-Mama viel Zeit und Geduld.
800 bis 1000 Gramm wiegt ein Löwenbaby bei seiner Geburt. Pro Woche nimmt ein Löwchen in der ersten Zeit ein Kilo zu. „Manche mehr“, lacht Inka Schumacher und streichelt ihrem Dicken über den runden Kugelbauch. „Das ist der Junge, er ist der dickste von allen und ein echter Vielfraß.“ 100 Gramm Katzenaufzuchtmilch, für den den kleinen weißen Mann, der einmal der König der Löwen werden will, kein Problem. Seine drei Schwestern sind da mit weniger zufrieden: 60 bis 80 Gramm pro Mahlzeit, dann müssen sie wie ein Baby „Bäuerchen machen“.

Trinken, kuscheln schlafen… „in den ersten Wochen, da haben Löwenwelpen die gleichen Bedürfnisse wie Menschenbabys auch“, sagt Inka Schumacher. Nur: sie wachsen schneller und lernen viel früher laufen. An schönen Tagen machen sie jetzt auch schon mal einen kurzen Ausflug an frische Luft – noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit – nur mit Mama Inka.
Da robben die Winzlinge oder torkeln unsicher auf vier Pfoten…aber die kleinen blauen Knopfaugen sind schon offen, und auch die Ohren, die bei der Geburt eng anliegen, haben sich entfaltet. „Ich sehe jeden Tag einen kleinen Fortschritt“, lächelt die Ersatzmama.
In einem Gitterbettchen, das weich mit Kissen, Decken und Handtüchern ausgepolstert ist, verbringen die Zwerge die meiste Zeit des Tages. Das steht im Winterstall, im so genannten „Doktorzimmer“. Und weil Inka Schumacher ihre Babys nicht den ganzen Tag wärmen kann, übernimmt eine Rotlichtlampe in ersten Tagen diesen Job.

Nur noch zwei, drei Wochen, dann wird, wenn alles gut geht, aus den hilflos mauzenden Säuglingen eine Löwen-Teenie-Bande geworden sein, die kaum zu bändigen ist. Aber bis dahin sind die Babys längst umgezogen, haben große Boxen im Raubtierhaus. Und auch das Außengehege am Haus der weißen Löwen im Zoobereich ist längst fertig: Klettergerüste mit Podesten aus Holz, Autoreifen am Seil… ein Abenteuer-Spielplatz für Löwenkinder.

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Baby-Alarm im Zoo Safari- und Hollywoodpark
Weiße Löwen –
einzigartig in Deutschland


Es gibt sie wirklich - aber auf der ganzen Welt nur etwa 200 Tiere dieser Art: weiße Löwen. Drei dieser seltenen Tiere haben 1996 im Zoo Safaripark & Hollywoodpark Stukenbrock (bei Bielefeld) ein Zuhause gefunden. In ganz Europa gab es keinen anderen Tierpark, der diese königlichen Tiere mit dem weißen Fell besaß. Die Sensation: die erfolgreiche Nachzucht – ein Beitrag zur Erhaltung dieser wunderschönen Tiere.
Fritz Wurms, Geschäftsführer des Zoo Safari- und Hollywoodpark Stukenbrock, ist der „Vater“ der weißen Löwen in Stukenbrock. „Kolwa“ und „Konya“ (die Namen kommen aus der Zulu-Sprache, bedeuten „Treue“ und „Licht“) und der Löwenmann „Tran“ - „Drei außergewöhnlich schöne Tiere“, sagt Fritz Wurms.



Was sie so einzigartig machte: ihr schneeweißes Fell und ihre strahlend blauen Augen. Es sind keine Albinos, ihre Fell- und Augenfarbe ist eine Laune der Natur. Wunderschön, aber lebensgefährlich. Denn die Fellfarbe verrät sie bei der Jagd, bietet keine Tarnung. Beute machen die weißen Könige der Tiere kaum, von Wilddieben werden sie schneller entdeckt - sogar in der Nacht. Experten sind überzeugt, dass diese seltenen legendären Tiere ohne den Schutz der Zoos dem Aussterben nicht entkommen können.

Erst seit 1975 weiß man von der Existenz der weißen Löwen. Damals hatte der amerikanische Student und Wildwart Chris McBride im südafrikanischen Timbavati Naturreservat zwei weißen Löwenbabys gefunden. Das Rudel schützte die Babys, aber nur solange sie klein waren. Die herangewachsenen weißen Löwen wurden nicht geduldet. Auf sich gestellt, drohte ihnen der Hungertod. McBride beobachtete die weißen Löwen für seine Magister-Arbeit, fütterte die Tiere und erhielt schließlich die Genehmigung, sie im Zoo von Pretoria in Sicherheit zu bringen. Mit seiner Entdeckung sorgte der Wissenschaftler für weltweites Aufsehen.

Im Jahre 1992 übernahm der Zoo in Philadelphia die Aufgabe, diese seltenen Tiere vor dem Aussterben zu bewahren. Zwei Zuchtpaare holte der Zoo nach Amerika.

Ein weisser Löwe„Die erfolgreiche Arbeit des Zoos in Philadelphia setzen wir in Deutschland fort“, erklärt Fritz Wurms.
Und damit es den wertvollsten Tieren der Welt in ihrer neuen Heimat gefällt, hat der Chef des Safariparks 1996 im Zoobereich des Parks eine riesengroße Löwenanlage bauen lassen.
Eine Landschaft, die der natürlichen Heimat der Tiere nachempfunden ist: Leicht ansteigendes Gelände, Wiese, Sand, Felsen, Holz und ein Wasserfall. „Dass sich unsere Löwen hier paaren, ist das beste Zeichen dafür, dass es ihnen an nichts fehlt“, sagt der Parkchef. „Flash“ heißt der kleine weiße Löwe, der im Herbst 1998 zur Welt kam. Sunshine und Future wurden 1997 geboren, und haben unter der Obhut von Siegfried & Roy in den USA ein neues Zuhause gefunden. Die beiden Illusionisten haben die Patenschaft dür das deutsche Zuchtprogramm in Stukenbrock übernommen und die Löwenanlage 1996 persönlich eingeweiht.

Seit dieser Zeit sind weitere, weiße und braune Löwenbabys geboren. Einige wurden in Zuchtprogramme in andere Zoos und Tierparks abgegeben und gegen andere Tiere getauscht, um Inzuchten zu vermeiden, neue Blutlinien einzuzüchten.

Nicht nur im Zoobereich des Parks kann man die weißen Löwen erleben: ein Teil der jungen Tiere ist in die Safarilandschaft umgezogen. Braune und weiße Löwen leben hier in einem Rudel – auf 12 000 Quadratmetern. Gemeinsam sollen sie für Nachwuchs sorgen, denn der Genpool der weißen Tiere ist weltweit so klein, dass verantwortungsvolle Züchter auch weiße mit braunen Tieren verpaaren. Das rezessive weiße Gen bleibt so erhalten.

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Handaufzucht im ParkHandaufzuchten bei Raubtieren:
Keine Rettung ohne Risiko

Vier weiße Löwenwelpen – eines überlebte trotz Behandlung nicht

Kaum ein Thema, das so kontrovers diskutiert wird wie das der Handaufzuchten bei Raubtieren. Im Zoo Safari- und Hollywoodpark Stukenbrock hat man in vielen Jahrzehnten wertvolle Erfahrungen sammeln können. Löwen und Tiger, die von ihren Müttern nicht angenommen wurden, hat man erfolgreich groß gezogen und in Rudel oder Gruppen integrieren können.
„Aber“, so Geschäftsführer und Raubtierexperte Fritz Wurms, „gerade die ersten drei Wochen im Leben eines Raubkatzen-Welpen gelten als kritisch“. Und auch im Zoo Safari- und Hollywoodpark hat es - trotz aller Fürsorge – Löwen- und Tigerbabys gegeben, die es nicht geschafft haben, diese kritische Phase zu überleben. Von den sieben weißen Löwenwelpen, die am 30. Juni geboren wurden, ist ein weibliches Baby gestorben. Der Winzling hatte vermutlich eine bakterielle Infektion und schaffte es trotz medizinischer Hilfe nicht. Der Welpe gehörte zu den vier weißen Löwenkindern, die von ihrer Mutter nicht angenommen wurden. Die kleine Löwin wurde wie ihre Wurfgeschwister (2 Mädchen und ein Junge) von Hand aufgezogen.
Dennoch wird man in Stukenbrock auch künftig nichts unversucht lassen, wenn eine Löwin oder Tigerin ihren Wurf nicht annimmt. „Dass eine Raubtiermutter sich nicht um ihre Jungen kümmert, das gibt es in der Natur ebenso wir in menschlicher Obhut“, so Fritz Wurms. Er nennt einige der Gründe: Dürre-Perioden in Afrika – eine Löwin weiß instinktiv, dass ihre Welpen keine Chance haben. „Erstgebärende“ Katzen, deren Mutter-Instinkt noch nicht ausgeprägt ist. Krankheiten bei den Welpen, die eine erfahrene Löwin oder Tigerin „spürt“. Ihr Instinkt sagt ihr, dass dieser Welpe nicht groß werden wird…

Nicht immer erkennt man im Zoo Safari- und Hollywoodpark auf den ersten Blick, warum eine Raubkatze ihre Jungen ablehnt. „Aber wir haben in den all den Jahren die Erfahrungen gemacht, dass wir in den meisten Fällen helfen können. Auch dann, wenn sich heraus stellt, dass die Welpen krank sind. Denn – anders als in der freien Wildbahn – haben wir erfahrene Tierärzte, die Dank modernster Diagnostik in der Lage sind, Erkrankungen zu erkennen und zu behandeln“, so Fritz Wurms. „Wir versuchen, jedem Tier zu helfen, das in unserer Obhut lebt und medizinische Hilfe braucht. Das gilt für eine alte Raubkatze ebenso wie für ein neugeborenes Baby. Dazu fühlen wir uns verpflichtet.“
Das jüngste Beispiel: Sechs Löwenwelpen, die im Herbst 2007 geboren wurden. Ohne medizinische Hilfe der Tierärzte und die Fürsorge der Tierpflegerinnen hätten sie nicht überlebt. „Wir haben diese Tiere von ihren Müttern wegnehmen müssen. Es war keine leichte Entscheidung, aber die richtige“, davon ist Wurms überzeugt. Die sechs jungen Löwen leben heute im Freigehege der Safarilandschaft und sind kerngesund.

Fritz Wurms mit einem weissen Löwen Während es derzeit bei den drei weißen Löwenbabys, die von ihrer Mutter aufgezogen werden, scheinbar keine Probleme gibt, waren unter den vier weißen Löwchen, die von ihrer Mutter nicht angenommen wurden, bisher zwei Sorgenkinder. Das weibliche Baby, das verstarb, bekam zunächst hohes Fieber, wurde dann schwächer. Die Ärzte versuchten alles, um dem Welpen zu helfen. Aber er schaffte es nicht. Auch der männliche Welpe hustet. Er wird – wie seine Geschwister - vom Team der Tierklinik Dr. Vorbohle intensiv betreut.


„Wir hoffen, dass die drei Kleinen gesund bleiben“, so Fritz Wurms, „aber trotz aller medizinischen Fürsorge: es gibt keine Rettung ohne Risiko. Und dieses Risiko ist uns bewusst. Wenn wir aber sehen, wie gesund und aktiv unsere Junglöwen aus dem letzten Jahr sind, dann wissen wir, dass wir dieses Risiko eingehen müssen und auch eingehen wollen. Denn jedes unserer Tiere verdient es, dass wir ihm eine Chance geben.“

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